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Prince in Berlin 2010!
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Am 21. April 2016 erschütterte die Nachricht vom Tod von Prince die Musikwelt und machte auch mich tief betroffen. Denn Prince war für mich der größte Musiker, den es in den letzten 100 Jahren gegeben hatte. Er war ein absolutes Genie und es gab (außer den Blasinstrumenten) kein Instrument, das er nicht spielen konnte. Diese unglaubliche Vielseitigkeit zeichnete auch seine Musik aus. Er experimentierte mit sehr vielen Stilrichtungen und probierte immer wieder neue Dinge aus.

Sein erstes Album 'For You' erschien 1978. Den großen internationalen Durchbruch schaffte er aber erst 1984 mit der Single, dem Album und dem Film 'Purple Rain'. Während er in den 80er-Jahren und Anfang der 90er hauptsächlich mit sexistischen und nicht immer ganz jugendfreien Texten provozieren wollte, hatten einige seiner in den letzten Jahren veröffentlichten Texte eher einen religiösen Hintergrund oder bezogen sich auf aktuelle Themen.

1993 kam es zum Bruch mit seiner Plattenfirma Warner Bros., bei der er eigentlich noch bis 1999 unter Vertrag stand. Da Prince noch weitere sechs Alben abliefern sollte, änderte er seinen Namen in ein unaussprechliches Symbol, aus dem sich schließlich die Variante T.A.f.k.a.P. (The Artist formerly known as Prince = Der Künstler, der früher Prince hieß) ergab. In der Zeit bis Vertragsablauf veröffentlichte er seine Alben schließlich bei anderen Plattenlabels und im Mai 2000 kündigte Prince an, wieder unter seinem ursprünglichen Namen arbeiten zu wollen.























Das unaussprechliche Prince-Symbol - geschrieben wird es O(+>

Prince war ständig auf der Suche nach neuen Ideen. Er arbeitete fast rund um die Uhr, es gab immer wieder unbestätigte Gerüchte über Schlafentzug und exzessives Arbeiten.
Aufgrund der negativen Erfahrungen mit seiner alten Plattenfirma war Prince einer der ersten Künstler, die ihre Musik im Internet vermarkteten, eigens dafür richtete er 2001 den "NPG Music Club" ein, über dessen Webseite man bis zur Schließung der Seite 2006 viele Songs fast ausschließlich downloaden konnte.

Nachdem sein Bekanntheitsgrad in den Jahren zuvor aufgrund der fast ausschließlich über das Internet betriebenen Veröffentlichungen von Alben und Songs immer weiter gesunken war, machte er mit dem Album 'Musicology' im Jahre 2004 und der CD '3121' im Jahr 2006 wieder positive Schlagzeilen, da beide Alben auch wieder bei Plattenfirmen veröffentlicht wurden.
Ebenfalls Aufsehen erregte im Juli 2007 die Veröffentlichung seines Albums "Planet Earth" in Großbritannien. So lag der Sonntagszeitung "Mail on Sunday" eine Ausgabe des Albums ohne jeden Aufpreis bei. Für die Zeitung lohnte sich dieser Marketing-Schachzug, denn sie verdoppelte an diesem Tag ihre Auflage auf 3 Millionen Exemplare. Die Plattenfirma Sony BMG, die die eigentlichen Rechte für die Veröffentlichung hatte, brachte das Album daraufhin in Großbritannien nicht mehr heraus.

Zudem verstand es Prince, sich durch Auftritte bei großen Events immer wieder ins Gespräch zu bringen. Die Grammy-Verleihung 2004 wurde mit einem vielbeachteten Auftritt von ihm eröffnet, bei dem er zusammen mit Beyoncé ein Medley seiner Hits "Purple Rain", "Baby, I'm a star" und "Let's go crazy" spielte. Auch bei den Brit-Awards 2006 und bei der Halbzeitshow des Superbowl 2007 sorgte er für spektakuläre Performances. 2007 und 2009 trat er beim Jazzfestival von Montreaux auf, wobei er 2009 sogar zwei Konzerte an einem Abend spielte.
Im Rahmen seiner 21 ausverkauften Konzerte in London im August und September 2007 rockte er die neue O2-Arena und auch beim Roskilde-Festival 2010 war Prince mit von der Partie.

In einem Interview 2010 überraschte Prince mit der Nachricht, dass das Internet 'vollständig vorbei' sei und es keine Downloads seiner neuen Lieder mehr geben werde. Er glaube jedoch, dass er andere Wege finden werde, seine Musik zu verbreiten. Im Juli 2010 veröffentlichte Prince sein Album '20Ten'. Da Prince auch diesmal beim Vertrieb der CD nicht mit einer Plattenfirma zusammenarbeitete, war das Album ausschließlich als Beilage der Zeitschrift 'Rolling Stone' erhältlich. In anderen europäischen Ländern veröffentlichte Prince das neue Album ebenfalls exklusiv über Zeitschriften.

2011 und 2012 war Prince fast ununterbrochen auf Tour. Mit seiner Band 'The New Power Generation' trat er in den USA, Kanada und Australien auf.

Anfang 2013 gründete Prince dann mit '3rd Eye Girl' eine neue Band, die nur aus Musikerinnen bestand. Im April 2014 überraschte er dann mit der Nachricht, dass er wieder bei Warner Bros. unter Vertrag stehe. Mit dieser Vereinbarung sicherte Prince sich nun wieder endgültig alle Rechte an den Songs, die er für dieses Plattenlabel aufgenommen hatte.

Ende September 2014 erschienen die beiden Alben 'Art Official Age' und 'Plectrumelectrum'. Während 'Art Official Age' ein reines Prince-Soloalbum ist, handelt es sich bei 'Plectrumelectrum' um ein gemeinsames Album mit 3rd Eye Girl.

Im Juni 2015 spielte Prince dann sogar vor 500 geladenen Gästen im weißen Haus und trat dabei unter anderem gemeinsam mit Stevie Wonder auf der Bühne auf.

Die beiden zuletzt veröffentlichten Alben sind 'HitnRun Phase One' (2015) und 'HitnRun Phase Two' (2016). Während das erste Album eher rockig daherkommt und mit 'Shut this down' meinen persönlichen Favoriten auf dieser CD enthält, ist das zweite Album stark von der Bläser-Section geprägt und hat mit 'Stare' einen unglaublich tollen Song.

Im Juni 2017 wurde die lang erwartete Neuauflage von 'Purple Rain' veröffentlicht, an der Prince noch mitgearbeitet hatte. Neben dem eigentlichen Album in digitaler Qualität enthält die 3CD/1DVD-Box viele unveröffentlichte Songs und B-Seiten sowie einen kompletten Konzertmitschnitt von 1985. Alles in allem eine äußerst gelungene Mischung!

Es heißt, dass noch unzähliges unveröffentlichtes Material von Prince im Tresor in den Paisley Park Studios schlummert. Bleibt zu hoffen, dass die Frage, wer die Rechte an diesen Songs hält, möglichst bald eindeutig geklärt ist, damit wir auch in Zukunft sagen können: 'Prince? - It ain't over yet!'

 
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